18. März 2026

Nachhaltigkeit im Fokus: KNAPP engagiert sich für FMNR

Warum wir als Holzbau-Unternehmen FMNR unterstützen

Überall auf der Welt verschwinden Wälder – durch Abholzung oder durch Umweltfaktoren wie Hitze, Wassermangel und die Zerstörung von Böden.

Das Fatale daran ist, dass Wälder wichtige Ökosysteme sind, besonders in semi-ariden Regionen der Erde, in denen Landwirtschaft die Lebensgrundlage bildet. Ihr Verlust kann schwerwiegende Folgen für die Menschen haben. Gibt es keine Wälder, gibt es keine Bäume. Bäume spenden Schatten, schützen den Boden vor dem Austrocknen und machen so Landwirtschaft überhaupt erst möglich. Ohne Wälder keine Landwirtschaft – und ohne Landwirtschaft müssen die Menschen hungern.

FMNR verhindert genau das: die Abholzung von Bäumen, die Austrocknung der Böden und damit das Hungern der Menschen. FMNR steht für Farmer Managed Natural Regeneration (dt. „von Landwirten verwaltete natürliche Regeneration“).

Tony Rinaudo entdeckte die Prinzipien hinter FMNR wieder, als er Anfang der 1980er-Jahre in der Republik Niger durch Aufforstungsprojekte versuchte, die Ausbreitung der Wüste einzudämmen. Mit Unterstützung von World Vision, einer christlichen Hilfsorganisation, begann er, das Konzept auszuarbeiten und umzusetzen.

Heute finden sich FMNR-Projekte in West- und Zentralafrika, Indien, Myanmar und Indonesien.

Die Verbreitung von FMNR

Länder mit FMNR-Projekten in dunkelgrün
Nach der Karte von Rinaudo, T., Müller, A., & Morris, M. (2019). Farmer Managed Natural Regeneration (FMNR) Manual, S.11

Wie Tony Rinaudo FMNR entdeckte

Nach zwei Jahren erfolgloser Arbeit in Niger, mit dem Versuch, Wiederaufforstung zu betreiben, war er mit einem Auto voller Setzlinge auf dem Weg in eines der Dörfer. Er beschreibt die Situation wie folgt:

„Die Hoffnungslosigkeit der ganzen Situation lastete schwer auf mir. Ich hielt an, um den Reifendruck zu verringern, damit das Fahrzeug leichter über den losen Sand fahren konnte. Während ich dort stand, blickte ich über die karge Landschaft. Norden, Süden, Osten, Westen: Soweit ich sehen konnte, gab es leere, windgepeitschte Ebenen, fast völlig ohne Bäume. Mir wurde klar, dass es keine Rolle spielen würde – selbst wenn ich ein Budget von mehreren Millionen Dollar, viele Jahre Zeit für die Arbeit und Hunderte von Mitarbeitern hätte –, mit den Methoden, die ich derzeit anwandte, würde ich niemals eine bedeutende oder dauerhafte Wirkung erzielen. Es war hoffnungslos, und ich stand kurz davor, aufzugeben und nach Hause zu fahren.“

In diesem Moment betete Tony:

„Ich bat Gott, uns zu vergeben, dass wir das Geschenk seiner wunderschönen Schöpfung zerstört hatten, wohl wissend, dass ein Großteil des Leids und des Hungers, unter dem die Menschen litten, in direktem Zusammenhang mit der Umweltzerstörung stand. Und ich bat Gott, mir die Augen zu öffnen und mir zu zeigen, was zu tun sei.“

Überall in der kargen Landschaft gab es diese kleinen Sträucher. An diesem Tag betrachtete Tony die Sträucher erstmals genauer.

„Als ich die Blätter sah, wurde mir sofort klar, dass dies gar kein Strauch war – es war ein Baum, der gefällt worden war und nun aus dem Stumpf spross. In diesem Augenblick änderte sich alles. Irgendwie wusste ich, dass dies die Lösung war, nach der ich gesucht hatte – und sie lag die ganze Zeit direkt vor meinen Füßen!“

Zu dieser Zeit war es gängige Praxis, vor der Ernte die Sträucher zu verbrennen, um die Asche als Dünger oder als Brennholz zu verwenden. Solange diese Praxis bestehen blieb, gab es keine Chance, dass aus diesen „Sträuchern“ wieder Bäume werden konnten.

Mit dieser Entdeckung – dass der Wald bereits vorhanden war – änderte sich das Vorgehen von Tony und seinem Team. Denn der Wald, die Bäume, waren immer schon da. Nun ging es darum, ihr Wachstum zu fördern und die Menschen dazu zu bewegen, tief verwurzelte Überzeugungen, Einstellungen und Praktiken zu verändern.

Seine zentrale Erkenntnis: „Wenn es Menschen waren, die den Wald in eine karge Landschaft verwandelt hatten, dann würde es auch Menschen erfordern, ihn wiederherzustellen.“

Wie funktioniert FMNR?

Die Aufforstung erfolgt in drei Phasen und kann mit einfachsten Werkzeugen oder sogar per Hand durchgeführt werden. Das macht diese Methode günstig und für jeden umsetzbar.

A: Auswahl

Schritt 1:
Gelände auf austreibende Baumstümpfe prüfen

Schritt 2:
Geeignete Baumstümpfe auswählen

B: Schneiden & Pflegen

Schritt 3:
Stämme pro Baumstumpf auswählen

Schritt 4:
Wachstum schützen

C: Nutzen

Schritt 5:
Triebe regelmäßig zurückschneiden

Schritt 6:
Holz nachhaltig nutzen

Warum liegt uns dieses Projekt als Unternehmen am Herzen?

Wir als KNAPP-Verbinder sehen Holz nicht nur als Rohstoff für die Projekte unserer Kunden, sondern als Investition in eine nachhaltigere Zukunft – nicht nur zum Schutz der Ressourcen unserer Branche, sondern für Menschen weltweit.

Als Holzbau-Unternehmen übernehmen wir Verantwortung: für Materialien, für Umwelt und für kommende Generationen.

Vor Ort schafft FMNR Ernährungssicherheit. Die Methode ermöglicht es, landwirtschaftliche Flächen auch unter schwierigen Umweltbedingungen produktiv zu nutzen, da die Bodenfeuchtigkeit erhalten bleibt. So entstehen langfristige Perspektiven – und Menschen müssen ihre Heimat nicht aufgrund von Hunger oder Armut verlassen.

Mehr zur Methode erfahren Sie hier: Farmer Managed Natural Regeneration (FMNR)

Auch für Europa ist die Wiederbegrünung degradierter Flächen von großer Bedeutung. Wälder binden CO₂ und leisten damit einen direkten Beitrag zur Eindämmung des Klimawandels – mit positiven Auswirkungen auf Temperaturen und Wetterextreme weltweit.

Seit 2024 unterstützen wir gemeinsam mit World Vision FMNR-Projekte finanziell.

Wer mit Holz arbeitet, trägt Verantwortung für Wälder. Wer nachhaltig denkt, handelt global.